Die drohende Unsicherheit der Zollpolitik beeinflusst bereits den Videospielmarkt. Mehrere Unternehmen haben begonnen, Produkte aus den US-Regalen zurückzuziehen oder die Preise zu erhöhen, um die gestiegenen Kosten auszugleichen. Doch die Branchenriesen Sony und Microsoft gehen mit diesen Herausforderungen auf völlig unterschiedliche Weise um.

Kurz nach der Umsetzung der neuen Zollpolitik am 5. April kündigte Sony Preiserhöhungen für PS5-Konsolen auf den europäischen, britischen, australischen und neuseeländischen Märkten an und führte "herausfordernde wirtschaftliche Bedingungen, einschließlich hoher Inflation und Währungsschwankungen" als Grund an. Während die US-Preise bisher unverändert blieben, deutete Sony-CFO Lin Tao in einem kürzlichen Interview an, dass das Unternehmen die Preise in Nordamerika möglicherweise an die Marktbedingungen anpasst.
Sony hat strategisch einen Dreimonatsvorrat an PS5-Geräten in den USA eingelagert, um die potenziellen kurzfristigen Zollauswirkungen abzufedern. Da die potenziellen Zollkosten auf 685 Millionen US-Dollar jährlich geschätzt werden, scheinen Preisanpassungen auf Sonys größtem Markt (der 40 % der PlayStation-Verkäufe ausmacht) immer wahrscheinlicher.
In einer überraschenden Gegenmaßnahme hat Sony bis zum 11. Juni im Rahmen seiner Days-of-Play-Promotion erhebliche zeitlich begrenzte Rabatte auf Hardware und Software gestartet. Einige bemerkenswerte Angebote sind:

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Diese aggressiven Rabattaktionen könnten Sonys letzter Schub sein, bevor Preiserhöhungen umgesetzt werden, insbesondere da die Zölle potenziell am 12. August wieder aufgenommen werden. Der Days-of-Play-Verkauf bietet Verbrauchern eine der letzten großen Kaufgelegenheiten vor diesen Änderungen.

Microsoft hat einen deutlich anderen Ansatz gewählt und Anfang Mai Preiserhöhungen in seiner gesamten Xbox-Hardware-Palette durchgeführt. Obwohl es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen handelt, hat Microsofts starke Abhängigkeit von der chinesischen Fertigung für Xbox-Konsolen und Zubehör diese Anpassungen erforderlich gemacht, um die ohnehin schon schmalen Hardware-Gewinnspannen zu schützen.
Der Zeitpunkt wirft Fragen auf, da die Xbox-Verkäufe in dieser Generation bereits deutlich hinter denen der PlayStation zurückliegen. Microsoft hat nur halb so viele Xbox Series X Einheiten verkauft wie PlayStation 5 Konsolen und weniger kombinierte Series X|S Einheiten als die Xbox One im gleichen Zeitraum erreichte. Die Preiserhöhungen schaffen schwierige Vergleiche:
Microsoft hat auch Pläne angekündigt, die Preise für First-Party-Spiele in der Weihnachtssaison auf $79.99 anzuheben, nachdem Nintendo bereits mit umstrittenen $80 für Mario Kart World auf dem Switch 2 vorgeprescht ist.